Eine audiovisuelle Installation von TRIPOT

Tracking the Subject ist, eine audiovisuelle Installation und Textpublikation die eine subjektive Gegenperspektive zur dominanten Darstellung der sogenannten „europäischen Migrationskrise“, bezieht. In den vorherrschenden medialen und politischen Diskursen wird das Thema entweder mittels scheinbar objektiver, statistischer Daten oder als dramatische Bedrohung wiedergegeben. Dieses Kunstwerk soll es dem Zuschauer ermöglichen, den subjektiven, sensorischen Raum zu betreten, der sich in der undokumentierten „illegalen“ Transitzone zwischen dem Her­kunftsort der Migranten und der Festung Europa, befindet.

Die Installation besteht aus naturalistischen und abstrakten Bildern und wird begleitet von einer Surround-Klangkomposition, die von Klangkünstler Adam Asnan realisiert wurde. Mit Hilfe einer 360° Panoramaprojektion wird der Betrachter in die subjektive Perspektive des Flüchtlings gezogen.

Die Textpublikation umfasst ein, während der Ausstellung einsehbares, Buch und eine responsive Internetseite. In der Publikation wird eine Auswahl von Recherche- und Kontextmaterial präsentiert, das als komplementäre Informationsquelle zum affektiven Erlebnis der audiovisuellen Installation dient.

Dem Werk geht eine nach einem phänomenologischen Ansatz ausgerichtete, Recherchephase voraus, in der fünf Migranten über ihre Erinnerungen an die „illegale“ Reise nach Westeuropa befragt wurden. Die Interviews richteten sich vor allem auf die sinnlichen Wahrnehmungen und das subjektive Erleben der Partizipanten. Die Transkription der Interviews diente sowohl als „Script“ für die audiovisuelle Installation, als auch als Basismaterial für die Textpu­bli­ka­tion.
Der Produktionsprozess dieses Werkes versteht sich als Teil einer wechsel­seitigen künstlerischen Praxis, in der die Protagonisten nicht ausschließ­lich das Objekt der Repräsentation darstellen, sondern ebenso als aktives Subjekt agieren. Während der Bildmontage, sowie bei der Auswahl und Ge­staltung der Textpublikation werden die Migranten im Rahmen von Feed­back-Ses­sions in den Entscheidungsprozess involviert sein, um den Aus­druck des Wer­kes, sowohl visuell als auch inhaltlich, an die gelebten Erfah­rungen anzu­gleichen.


 

TRIPOT

TRIPOT ist ein, in Brüssel ansässiges, Künstlerkollektiv und eine Produktionsplattform für audiovisuelle Kunst. 2012 gründeten Aïlien Reyns (Ronse, Belgien) und Marius Packbier (Aachen, Deutschland) TRIPOT als kollaborative Plattform für ihre Filme, Video- und Medieninstallationen. Ihrer künstlerische Arbeit liegt eine forschungsbasierte und partizipatorische Methode zugrunde.
In den letz­ten Jahren wurden ihre Werke bei verschiedenen, namhaften Festivals (u.a. International Film Festival Rotterdam, Beijing Independent Film Festival, Euro­pean Media Art Festival) und Kunstinstitutionen (u.a. iMAL Brussels, Laznia Center for Contemporary Art und Neues Museum Weimar) ausgestellt. Mit ihren Werken untersuchen sie sozial-politische Zusammen­hänge und Im­plikationen von technisch mediatisierte Wahrnehmungs- und Repräsenta­tions­prozessen.

Filmwerkstatt Münster

Die Filmwerkstatt Münster ist seit 1981 als Zentrum für Film und Medien in Münster, Nordrhein-Westfalen und über dessen Grenzen hinaus aktiv und bekannt. Laufende Schwerpunkte der Arbeit in der Filmwerkstatt Münster sind: die Produktion von Medien- und Filmprojekten, die Organisation von Seminaren, das Filmfestival Münster sowie das Festival Flurstücke – Dar­stellende Künste im öffentlichen Raum.

Adam Asnan

Adam Asnan (1983, UK) ist ein Sound Designer und Komponist elektroakustischer Musik der zwischen Berlin und London pendelt. Sein Werk erkundet die Möglichkeiten der räumlichen Inszenierung von Klang.